Eine Antwort
  1. 20. Juni 2016 at 02:55 | Jochen Stappenbeck |

    „In der russischen Wahrnehmung“, „Einige meinen…“. Hat „für sie“ nicht stattgefunden. Das ist in normalen Zeiten und Verhältnissen das Gewand des redlichen Journalismus, denn man kann hierzu konkrete Stimmen einfangen, ohne sich einer Parteibeziehung verdächtig zu machen. Heute ist das aber ein Feigenblatt, das den geneigten Leser und vielleicht auch den Autor vor der nackten Wahrheit bewahren soll. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass ein neuer großer Krieg gegen Russland vorbereitet wird – geplant aus Übersee, auf europäischem Boden, wieder vor allem mit deutscher Beteiligung. Und da ist die Wahrnehmung von Menschen woher auch immer egal. Ein journalistisches Feigenblatt deshalb, da es von der Sache ablenkt und den Leser auf der kommunikationspsychologischen Ebene kleben und denken lässt: „Mensch, vielleicht haben sie ja auch teilweise Recht, aber übertreiben wie immer…Kein Wunder, ohne Demokratie.…“. Die Russen „reagieren gereizt“. Das ist ein plumper Trick aus der Propagandakiste, der dafür sorgt, dass nicht die Sache diskutiert wird, sondern der Mensch, der auf eine Sache irgendwie auch fehlerhaft reagiert und damit selbst das Problem wird. Im Westen ist das zu sehen bei der Sache „Islam“. Gelöst durch das Phänomen der „Islamophoben“. Ein –phobe ist der mit dem Problem, nicht das, worauf er reagiert. Seine Allergie ist das Problem. Das gehört also zu den ad personam Figuren in der Rhetorik und ist von uns Journalisten unbedingt zu prüfen. Besonders abstoßend in der Heute-Show praktiziert, im Grunde bei allen korporativen Medien. Als Einstieg mag es funktionieren, aber dann muss mehr kommen.
    Bitte geht in den Hintergrund und klärt die Menschen auf. Auf der Webseite von Ken Jebsen gab es unlängst ein Interview mit dem Dramatiker Rolf Hochhuth. So etwas erwartet der Leser auch von der MDZ. Hier ein Ausschnitt: https://www.youtube.com/watch?v=24XWsJgwiA4
    Hier zur Öl-Dollar-Bindung: https://www.youtube.com/watch?v=hz9nYjP2tes
    Ich glaube, wir müssen auf die Feigenblätter verzichten, um nicht der zweiten Bedeutung des Wortes Feige bezichtigt zu werden.

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