LEBEN IN MOSKAU

Ein bisschen Leben

Ein bisschen Leben

Der Moskau Wirtschaftsmotor wird auch von seinen vielen Zuwanderern geschmiert. Sie kommen aus armen Gegenden in Zentralasien, dem Kaukasus und Moldawien. Der Hungerlohn, für den sie auf Baustellen, Märkten oder bei der Straßenreinigung schuften, ist immer noch viel mehr, als sie zu Hause verdienen würden. Deshalb nehmen sie auch Lebensbedingungen in Kauf, die zum Teil jeder Beschreibung spotten. So wie bei Sultan und Sarina aus Tadschikistans Hauptstadt Duschanbe.

Wieviel Islam verträgt Moskau?

Wieviel Islam verträgt Moskau?

Als Vielvölkerstaat hat Russland eine lange Tradition des Neben- und Miteinanders von Kulturen und Religionen. Doch wie belastbar ist dieses Zusammenleben, wenn es sich auf engstem Raum abspielt — in der Vielvölkerstadt Moskau? Eines der Zentren der Christenheit zählt nach verschiedenen Schätzungen inzwischen etwa zwei Millionen Muslime. Weil die vorhandenen vier Moscheen nur rund 10.000 Menschen aufnehmen können, beten Gläubige an den beiden größten muslimischen Feiertagen auf den Straßen rund um die Moskauer Zentralmoschee. Beim Ramadanfest im August waren es diesmal 55.000, beim Schlachtfest im November 70.000, die damit das gesamte Stadtviertel lahm legten — zum Ärger von Anwohnern und Autofahrern. Nun regt sich immer mehr öffentlicher Widerstand. Gegen den Bau einer weiteren Moschee lief eine Bürgerinitiative erfolgreich Sturm. Und Kulturschaffende fordern ein Verbot des Opferschlachtens auf offener Straße.
Moskau, deine Friedhöfe

Moskau, deine Friedhöfe

Moskau lebt, als gebe es kein Morgen. Und manchmal gibt es auch wirklich keins. Anfang November haben die Moskauer Viktor Tschernomyrdin zu Grabe getragen, der in den 90er Jahren Premierminister unter Boris Jelzin war. Nun sind sich die beiden wieder nah – auf dem Friedhof beim Neujungfrauen-Kloster. Er ist nur einer von 63 Friedhöfen in Russlands Hauptstadt. Weil die Gräber im Unterschied zu westlichen Kulturen keine „Laufzeit“ haben, wächst das Totenreich von Jahr zu Jahr. Häufig werden Friedhöfe deshalb an die Stadtränder verlegt, wo sie sich mehr oder weniger beliebig ausdehnen können. Was sie sonst noch über den russischen Umgang mit den Verstorbenen erzählen – die MDZ ist dieser Frage nachgegangen.
Ganz in Familie

Ganz in Familie

Es gibt „den Italiener“, „den Griechen“, „den Chinesen“ – was ist mit „dem Deutschen“? Gibt es auch! Im deutschen Wohngebiet an der Jugo-Sapadnaja war diesen Herbst Eröffnung für das „Deutsche Eck“, eine Art Landgasthof in der großen Stadt. Auf fahrendes Volk ist man im Übrigen eingestellt: Im Obergeschoss warten Gästezimmer.
Oh, es riecht gut

Oh, es riecht gut

Nichts ist so gut, dass es nicht noch besser werden könnte. Auch nicht der Weihnachtsbasar in der Deutschen Botschaft, auch wenn er vielleicht das größte Gesellschaftsereignis innerhalb der deutschen Expatszene Moskaus ist. Etwas hat all die Jahre gefehlt. Diesmal soll man es riechen können.
Sergej Sobjanin – die ersten zehn Tage

Sergej Sobjanin – die ersten zehn Tage

Sergej Sobjanin möchte Moskau zu einer staufreien Stadt machen. Das zeigen die Reden und Anordnungen seiner ersten Amtstage. Was sonst noch geschah? Der neue Bürgermeister kanzelt Beamte ab, steht auf Moskauer Dächern und unternimmt eine unangekündigte Bustour.
Das Gegenteil von Mausoleum

Das Gegenteil von Mausoleum

Im Herbst 1923 stattete Wladimir Iljitsch Lenin dem Kreml einen letzten Besuch ab. Dann ging es zurück ins Moskauer Vorland, wo der schwer kranke Führer der Oktoberrevolution auf einem ehemals privaten Landgut wieder zu Kräften zu kommen hoffte. Dort starb er, 53-jährig, am 21. Januar 1924. Das Landgut, eingebettet in eine Wald- und Wiesenlandschaft, ist seit 1949 ein Museum, das über Lenins letzte Monate Auskunft gibt, aber auch Spaziergängern viel zu bieten hat.
Der Drei-Prozent-Mann

Der Drei-Prozent-Mann

Ein Vertrauter von Wladimir Putin und Dmitrij Medwedew beerbt Jurij Luschkow als Moskauer Bürgermeister. Unter den vier Kandidaten, die von der Putin-Partei „Einiges Russland“ nominiert worden waren, entschied sich Präsident Medwedew für Sergej Sobjanin, der auch als Favorit gegolten hatte. Einer Bürgerwahl musste sich der Neue nicht stellen. Sonst wäre er unter Umständen gnadenlos durchgefallen. Bei virtuellen Abstimmungen schnitt er jedenfalls schlecht ab.
Der ungeliebte Zar

Der ungeliebte Zar

Dem Schöpfertum von Surab Zereteli waren lange Zeit in Moskau keine Grenzen gesetzt. Der georgisch-russische Architekt und Bildhauer verstand sich prächtig mit Bürgermeister Jurij Luschkow. Doch nun ist Luschkow entlassen und die Kritik an Zeretelis städtebaulichem Werk so laut wie nie. Die Gemüter erhitzt besonders das Denkmal für Peter den Großen in der Moskwa. Sogar Interims-Bürgermeister Wladimir Ressin schließt nicht aus, dass es dem Zaren an den Kragen gehen könnte.
Auf Grund gelaufen

Auf Grund gelaufen

73 Jahre hat das Passagierterminal des Moskauer Nordhafens auf dem Buckel. Das ist kein kritisches Alter für ein Bauwerk, zumindest bei entsprechender Fürsorge. Doch der Stein gewordene Jubel auf die „neue Zeit“ hat mit dem Ende dieser neuen Zeit seinen ideologischen Mehrwert verloren — und verfiel seit dem Untergang der Sowjetunion zusehends. Jetzt musste der „Sewernyj Retschnoj Woksal“ wegen Baufälligkeit gesperrt werden.
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